Teure Haus-Kröll-Freunde, liebste Gesäusegefährten,

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da nun schon wieder die nächste Bergsteigersaison zu Ende geht und demnächst dem Winter Platz machen wird, möchte ich, Euer Haus Kröll hinter den sieben Gesäusebergen, mich doch noch einmal bei Euch melden.

Um ehrlich zu sein: Ich habe kein gutes Jahr hinter mir. Mehrfach musste ich operiert werden: Meine Stromadern sind komplett erneuert worden, außerdem habe ich mich sozusagen einer Operation am offenen Herzen unterziehen müssen. Es war mir von innen heraus auf einmal ganz kalt, und da blieb mir nichts anderes übrig, als mir ein neues, künstliches Heizungsherz einsetzen zu lassen.

Tja, und wie das so ist im Leben: Wenn es einem nicht gut geht, machen die anderen meistens einen Bogen um einen. So war ich sehr viel allein in diesem Jahr. Sogar die Herbergsmutter hat es vorgezogen, woanders zu übernachten, als sie mich im Herbst besucht hat. Und dann hat sie mir auch noch erzählt, wie gut es ihr in dem fremden Bett gefallen hat! Nein, Feingefühl sieht wirklich anders aus …

Die Einzigen, die mich regelmäßig besucht haben, waren die Ärzte. Dabei hätte ich auf deren Visiten recht gerne verzichtet. Denn die Ärzte lassen sich ihre Hausbesuche nun einmal sehr gut bezahlen. Und dann haben sie auch nie mit mir geredet. Ich war für sie nur totes Material, das wieder funktionstüchtig gemacht werden sollte. Kaum einer hat sich mal hingesetzt und wenigstens ein paar unverbindliche Worte an mich gerichtet: Was macht der Hausstaub, wie geht es dem Hausgeist, wo ist eigentlich der Hausmeister …

Aber ich weiß natürlich: Dafür sind sie auch nicht bezahlt worden.

Immerhin haben in diesem Jahr auch ein paar neue Gäste den Weg zu mir gefunden. In einem Fall hat sich sogar fast eine Art von Freundschaft entwickelt. Obwohl ich gar keine Wärme mehr schenken konnte, haben diese Gäste schon angekündigt, mich nächstes Jahr wieder besuchen zu wollen. Ich bin mal gespannt, ob sie Wort halten …

Überhaupt habt Ihr natürlich Recht: Ich sollte mich nicht zu sehr beklagen. Immerhin habe ich die Operationen ja alle gut überstanden (sagen zumindest die Ärzte) und kann nun wieder frohen Mutes in die Zukunft schauen. Und so ganz allein bin ich hier ja doch nie. Wenn ich morgens aufwache, blinzelt mich der Reichenstein mit seinem Puderzuckerschädel an, und auf der anderen Seite wacht der Ödstein über mich. Das gibt mir immer wieder ein Gefühl der Geborgenheit.

Trotzdem wage ich es, hier meiner Hoffnung Ausdruck zu geben, Euch im nächsten Jahr wieder zahlreicher bei mir begrüßen zu dürfen. Um Euch in Erinnerung zu rufen, wie schön Ihr es bei mir haben könnt, schicke ich Euch noch ein paar Sehnsuchtsbildchen.

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Bis hoffentlich bald!

Euer Hüttenmütterchen

 

 

 

 

Fotos: Ilka und Dieter Hoffmann, „Schweine“: Eva Horneck und Gerhard Wallner,  „Wasserfall“ Manuel Stienen

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