Teure Haus-Kröll-Freunde, liebste Gesäusegefährten,

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da nun schon wieder die nächste Bergsteigersaison zu Ende geht und demnächst dem Winter Platz machen wird, möchte ich, Euer Haus Kröll hinter den sieben Gesäusebergen, mich doch noch einmal bei Euch melden.

Um ehrlich zu sein: Ich habe kein gutes Jahr hinter mir. Mehrfach musste ich operiert werden: Meine Stromadern sind komplett erneuert worden, außerdem habe ich mich sozusagen einer Operation am offenen Herzen unterziehen müssen. Es war mir von innen heraus auf einmal ganz kalt, und da blieb mir nichts anderes übrig, als mir ein neues, künstliches Heizungsherz einsetzen zu lassen.

Tja, und wie das so ist im Leben: Wenn es einem nicht gut geht, machen die anderen meistens einen Bogen um einen. So war ich sehr viel allein in diesem Jahr. Sogar die Herbergsmutter hat es vorgezogen, woanders zu übernachten, als sie mich im Herbst besucht hat. Und dann hat sie mir auch noch erzählt, wie gut es ihr in dem fremden Bett gefallen hat! Nein, Feingefühl sieht wirklich anders aus …

Die Einzigen, die mich regelmäßig besucht haben, waren die Ärzte. Dabei hätte ich auf deren Visiten recht gerne verzichtet. Denn die Ärzte lassen sich ihre Hausbesuche nun einmal sehr gut bezahlen. Und dann haben sie auch nie mit mir geredet. Ich war für sie nur totes Material, das wieder funktionstüchtig gemacht werden sollte. Kaum einer hat sich mal hingesetzt und wenigstens ein paar unverbindliche Worte an mich gerichtet: Was macht der Hausstaub, wie geht es dem Hausgeist, wo ist eigentlich der Hausmeister …

Aber ich weiß natürlich: Dafür sind sie auch nicht bezahlt worden.

Immerhin haben in diesem Jahr auch ein paar neue Gäste den Weg zu mir gefunden. In einem Fall hat sich sogar fast eine Art von Freundschaft entwickelt. Obwohl ich gar keine Wärme mehr schenken konnte, haben diese Gäste schon angekündigt, mich nächstes Jahr wieder besuchen zu wollen. Ich bin mal gespannt, ob sie Wort halten …

Überhaupt habt Ihr natürlich Recht: Ich sollte mich nicht zu sehr beklagen. Immerhin habe ich die Operationen ja alle gut überstanden (sagen zumindest die Ärzte) und kann nun wieder frohen Mutes in die Zukunft schauen. Und so ganz allein bin ich hier ja doch nie. Wenn ich morgens aufwache, blinzelt mich der Reichenstein mit seinem Puderzuckerschädel an, und auf der anderen Seite wacht der Ödstein über mich. Das gibt mir immer wieder ein Gefühl der Geborgenheit.

Trotzdem wage ich es, hier meiner Hoffnung Ausdruck zu geben, Euch im nächsten Jahr wieder zahlreicher bei mir begrüßen zu dürfen. Um Euch in Erinnerung zu rufen, wie schön Ihr es bei mir haben könnt, schicke ich Euch noch ein paar Sehnsuchtsbildchen.

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Bis hoffentlich bald!

Euer Hüttenmütterchen

 

 

 

 

Fotos: Ilka und Dieter Hoffmann, „Schweine“: Eva Horneck und Gerhard Wallner,  „Wasserfall“ Manuel Stienen

Betrifft: Frühlings-Update

17917166_1635696743127034_377730398304543882_o (2)Liebe Freunde des Hauses Kröll!

In dieser Woche bin ich (Ilka – der Herbergsvater musste die Katzen hüten) mal wieder nach Johnsbach gefahren, um im Haus Kröll nach dem Rechten zu sehen.IMG_1918
Sensationelle Erkenntnis: Auch im Johnsbachtal hält allmählich der Frühling Einzug. Ich habe sogar schon den ersten Föhntag erlebt.

IMG_1917Die Frühblüher färben den Waldboden schon bunt.

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Sogar der Pestwurz streckt schon seine Fühler nach der Frühlingsluft aus.

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Auch die Frösche waren offenbar schon aktiv.

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Den Fußballern juckt es schon in den Füßen.

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Der Winter scheint doch recht hart gewesen zu sein. Das Türschloss war so vereist, dass es ausgetauscht werden musste. Auch die morschen Ulmen, die dem UlmeSAMSUNGnsterben vor ein paar Jahren zum Opfer gefallen waren, haben die Winterstürme nicht überstanden.

Die junge Familie, die den Winter über im Haus Kröll gewohnt hat, hat alles sehr alp-1044383_1920 (2)ordentlich hinterlassen. Wie mir die Mutter erzählt hat, haben ihre zwei und fünf Jahre alten Töchter dort einen ziemlichen „Sprung“ gemacht. Die Ältere spricht jetzt viel flüssiger und interessiert sich für Pflanzen, Buchstaben und alles Mögliche. Die Jüngere hat ihre kleine Klophobie überwunden – die wohl jeder entwickeln würde, der sich, wie es vorher auf dem Hof der Familie der Fall war, bei Minusgraden auf ein unbeheiztes Klo gehen müsste.

Die Eltern haben den Aufenthalt im Haus Kröll für eine Neuorientierung genutzt. Sie ziehen jetzt nach Oberösterreich zu einem alten Bauernpaar, das selbst kinderlos geblieben ist. Diesem werden sie auf dem Hof zur Hand gehen.

Wieder ist die warme Atmosphäre im Haus Kröll hervorgehoben worden, durch die man sich dort gleich zu Hause fühle. Genau dies war 17917511_1635699876460054_8658951297901492263_oja auch der Eindruck, den wir, Eure Herbergseltern, hatten, als wir das Haus zum ersten Mal betreten haben. Deshalb haben wir uns ja auch bemüht, so wenig wie möglich zu verändern.

So kann man wohl sagen, dass der Geist jener, die diese Atmosphäre geschaffen haben – also der Hermines und ihres Gatten (den wir leider nie kennengelernt haben) –, den jungen Leuten den Boden für ihre Neubesinnung bereitet haben. Tatsächlich sind es in einer Lebenskrise ja oft nicht die wortreichen Ratschläge vermeintlicher Experten, die einem helfen. Was einen weiterbringt, ist nicht selten eher eine Nähe anderer, die einem das Gefühl des Aufgehobenseins und des Angenommenseins vermittelt, wodurch man wieder Zutrauen fasst zu den eigenen Kräften.

Da das Haus Kröll ja noch bewohnt war, als ich in Johnsbach war, habe ich mich dieses Mal beim Kölbl-Wirt einquartiert. Das war auchder-klblwirt-in-johnsbach mal ganz nett: familiäre Atmosphäre, super schmackhaftes Essen – aber da erzähle ich Euch wahrscheinlich nichts Neues.

Das Häuschen ist nun also wieder frei und wartet auf Euch. Einige von Euch haben Hermine ja noch gekannt und wissen, wie gerne sie Gäste hatte. Aber auch die unter Euch, die sie nicht kennenlernen durften, werden vielleicht doch etwas von der gastlichen Atmosphäre gespürt haben, die sie mit ihrem Mann im Haus Kröll geschaffen hat. Es wäre doch schade, das in diesem Jahr nicht zu nutzen

Bislang haben nur Hermines treuster Enkel Manuel  und eine Kollegin ihren Besuch angekündigt. Hier seht Ihr, wann das Haus noch frei ist: Buchungen

Auf Euer zahlreiches Kommen freuen sich

Eure Herbergseltern

 

Ich habe mal noch die Stimme der Enns und die des Johnsbachs aufgenommen – was sie uns wohl sagen wollen?

 

Bildnachweis: Fotos Ilka Hoffmann, Bild mit Kind: Andi Graf (pixabay)

 

 

 

Betrifft: Wintergäste im Haus Kröll

Liebe Freunde des Hauses Kröll!

Sicher habt Ihr es auch schon bemerkt: In Johnsbach ticken die Uhren anders. Wenn man dort mit dem Zeitgefühl des Städters – dieser von einem durchgetakteten, zeitfressenden Alltag geprägten inneren Uhr – ankommt, wundert man sich, wie viel Leben in einen einzigen Tag passt. Wenn dann aber eine Woche vorbei ist, hat man nach dem dahinplätschernden Gleichklang der Tage das Gefühl, als wäre erst ein Tag vergangen.

Dies erklärt vielleicht auch, warum man mit den Johnsbachern keine Termine ausmachen kann. Vorher anzurufen und sich für die – vielleicht nur ganz kurze – Zeit des Aufenthalts dort zu verabreden, hat keinen Zweck. Es ist, als hätte die Wirklichkeit in dem engen Tal, das schon so oft von der Außenwelt abgeschnitten war, keine Berührung mit der Welt da draußen.

In der Tat kann ja auch niemand wissen, was bis zur nächsten Woche passiert: ob den Reisenden etwas dazwischenkommt, ob sie auf der Autobahn stecken bleiben, ob die Straße nach Johnsbach mal wieder von Muren verschüttet sein wird, ob die Welt untergeht … Warum sollte man da Termine für die kommende Woche ausmachen? Ist das nicht sogar anmaßend? Fordert man damit nicht geradezu das Schicksal dazu heraus, seinen Eigen-Sinn, seine Eigenmächtigkeit zu demonstrieren?

Demnach gilt also: In Johnsbach ist man, wenn man in Johnsbach ist. Wer heute angibt, morgen in Johnsbach zu sein, könnte genauso gut behaupten, morgen auf dem Mars zu landen. Was ist, das ist, was wird, das weiß man nicht.

Da nun aber Johnsbach ein sehr weiträumiger Ort ist und die Häuser weit über das Tal verstreut sind, dauert es immer eine Weile, bis die Wirklichkeit des Reisenden Eingang findet in die Johnsbacher Wirklichkeit. Die Folge: Hält man sich nur für kurze Zeit in Johnsbach auf, so finden Treffen mit Menschen, die in der Johnsbacher Wirklichkeit verwurzelt sind, regelmäßig kurz vor der Abreise statt: „Ach, du fährst schon ab? Aber du bist doch gerade erst angekommen …“

Man tut also gut daran, etwaige Besorgungen nicht für den letzten Tag einzuplanen und Abschiedsspaziergänge durch die schöne Bergwelt besser auf den vorletzten Tag zu legen.

Auch bei unserem diesjährigen Herbstbesuch in Johnsbach war alles wie immer. Wir hatten gerade unseren Jahresrückblick verfasst – Ende Oktober: was für ein Leichtsinn! –, als das übliche Letzter-Tag-Klopfen an der Tür zu hören war. (Doch, wir haben auch eine Klingel in Johnsbach; aber die übliche Eintrittsfolge dort ist: Klopfen-„Hallo“-Eintreten; die Türen sind ohnehin nicht verschlossen, die Übergänge zwischen Drinnen und Draußen gleitender als anderswo.)

Auftritt des Nachbarn: „Ach, seid ihr auch mal wieder im Lande … Ich hätt‘ da mal ’ne Frage …“

Inhalt der Frage: Weiter oben im Johnsbachtal wohnt eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern auf einem alten Bauernhof. Die Fürsorge (sprich: das Jugendamt) hat beanstandet, dass die Wohnverhältnisse auf dem Hof – keinerlei sanitäre Einrichtungen, kein fließendes Wasser, Schimmel an den Wänden, ein undichter Kaminofen, der die Wohnstube einräuchert – nicht den heutigen Standards für das Aufwachsen von Kindern entsprechen. Die Familie müsse daher entweder umziehen, oder man werde die Kinder anderweitig – in einem Heim oder bei einer Pflegefamilie – unterbringen.

Lösungsvorschlag des Nachbarn: Da das Haus Kröll schon zwei Mal Wintergäste beherbergt hat, könnte es doch auch dieses Mal wieder als Übergangsquartier genutzt werden, bis für die Familie eine dauerhafte Unterbringungslösung gefunden wäre.

Nüchtern betrachtet, klingt das natürlich ganz logisch: Das Haus steht im Winter meist leer, es ist ohnehin eine Art Fern-WG, eine virtuelle Kommune – warum sollte es also nicht von Menschen genutzt werden, die dringend Wohnraum benötigen, zumal wenn es sich um eine Familie handelt, die andernfalls womöglich behördlicherseits auseinandergerissen wird?

Das Problem ist nur: Mit unseren Wintergästen haben wir einmal sehr gute, einmal aber auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Dass der Ausgang eines solchen Projekts offen ist, liegt wohl in der Natur der Sache. Denn die Überlassung eines Hauses als Winterquartier setzt eine komplexe psychologische Dynamik in Gang. Es ist eben etwas anderes, ob man jemandem eine Tafel Schokolade schenkt oder ob man Verantwortung für die Grundbedürfnisse eines anderen übernimmt. In beiden Fällen ist die spontane Reaktion Dankbarkeit. In letzterem Fall kann die Abhängigkeit, in die der Empfänger von seinem Gönner gerät, auf die Dauer aber zu Spannungen führen, durch die sich die Dankbarkeit in Feinseligkeit verwandeln kann.

Dahinter steht ein ganz banaler psychologischer Mechanismus: Je länger man ein Haus, das einem anderen gehört, bewohnt, desto mehr fühlt man sich dort zu Hause – und desto mehr hat man folglich das Gefühl, das Haus gehöre eher einem selbst als dem Fremden, der es doch gar nicht bewohnt. Warum also sollte man diesem Fremden dankbar sein, wenn er einem etwas überlässt, das er gar nicht benötigt? Ist es nicht eher umgekehrt? Muss nicht der Hausbesitzer dem Hausbewohner dankbar sein, dass dieser das Haus in Ordnung hält?

So wird aus dem Hausüberlassungs- ein Hausbesetzerprojekt. Das Problem: Man kann dieser Logik – gerade wenn man im Grunde seines Herzens ein Kommunarde ist – ihre Berechtigung nicht absprechen. Es ist nur so, dass es einem als Kommunarde nicht gerade angenehm ist, wenn man als eine Art Immobilienhai gilt. Außerdem ist bei der Hausbesetzerlogik in der Regel nicht vorgesehen, dass der Hausbesetzer die laufenden Kosten für das Wohnobjekt übernimmt. So wird aus dem Gönner am Ende ein Bonze, dem es nur recht geschieht, wenn andere sein unproduktives Vermögen nutzen, um ihr Überleben zu sichern.

Wie gesagt: Alles irgendwie nachzuvollziehen. Nur fühlt es sich eben nicht gut an, als Dagobert Duck der Bergwelt wahrgenommen zu werden.

Was also tun in einem solchen Fall, wenn für die Entscheidung gerade mal ein halber Tag bleibt? Nun ja: das Naheliegende. Viel Auswahl hatten wir unter den gegebenen Umständen ja eh nicht. Wir haben uns also mit der Familie getroffen: mittags mit Vater und Kind, nachmittags mit Mutter und Kind, weil beide Eltern versetzt arbeiten, um Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Schon das spricht ja für die Eltern: dass sie trotz widrigster Umstände alles dafür tun, damit es ihren Kindern an nichts fehlt. Dem entsprach auch die liebevolle Art, mit der sowohl die Mutter als auch der Vater mit den Kindern umgegangen sind.

Der Eindruck war: Jemand, der so geduldig und verständnisvoll mit seinen Kindern umgeht, kann kein schlechter Mensch sein. Was uns zusätzlich für die Familie eingenommen hat, war ihre offene, unkomplizierte Art. Hinzu kam die Freude der älteren (vierjährigen) Tochter an den kleinen, für andere selbstverständlichen Dingen des Lebens. Aufgefallen ist uns das zunächst dadurch, dass die Kleine laufend aufs Klo gegangen ist. Wir dachten zuerst, sie hätte eine Blasenentzündung. Bis sie freudestrahlend zu ihrer Mama sagte: „Da ist ein Klo mit Wasserspülung – wie in der Stadt!“

Die Situation sieht jetzt so aus, dass wir der Familie das Haus bis April nächsten Jahres überlassen haben. Mit der Gemeinde ist abgesprochen, dass der Bauernhof der Familie bis dahin wenigstens notdürftig saniert werden soll. Das Gespräch mit Bürgermeister Watzl hat uns noch einmal darin bestärkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er ist Sozialdemokrat wie unser Nachbar, und das passt dann wieder sehr gut zum Haus Kröll, wo der Hausherr einst, der örtlichen ÖVP-Mehrheit zum Trotz, ein „Kreisky-Stüberl“ eingerichtet hatte.

Allerdings, um noch einmal auf den Anfang zurückzukommen: Die Uhren ticken in Johnsbach eben anders. Ob die Sanierungsarbeiten tatsächlich bis zum Frühling abgeschlossen sind, kann heute noch keiner wissen. Und natürlich wird niemand eine junge Familie aus dem Haus werfen, nur um dort Urlaub zu machen. Feste „Buchungen“ für das kommende Jahr können wir daher jetzt noch nicht entgegennehmen. Vormerkungen sind möglich, aber eben unter dem Vorbehalt des spezifischen Johnsbacher Zeitempfindens. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Zu ergänzen wäre noch, dass die Familie die Nebenerwerbslandwirtschaft von der Oma der Mutter übernommen hat. Diese Oma hat sich von den gesundheitsgefährdenden Lebensbedingungen in ihrem Haus nicht davon abhalten lassen, dort wohnen zu bleiben. Wie eine Kapitänin auf einem untergehenden Schiff harrt sie auf dem Bauernhof aus, zutiefst überzeugt davon, dass Fortgehen gleichbedeutend wäre mit dem Tod.

Es gibt im Internet einen kurzen Film über die alte Frau. Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, auf welch seltsamen Wegen sich Naturverbundenheit, Aberglaube, Religiosität und die Erfahrung eines entbehrungsreichen Lebens auf einem Bergbauernhof hier zu der spezifischen Humanität und dem hintergründigen Humor einer alten Bäuerin verbinden, sollte sich das Filmchen unbedingt ansehen. Hier der Link: Anna Traisch

 

Eine angenehme Adventszeit wünschen Euch

Eure Herbergseltern.

Jahresrückblick 2017

 

IMG_2190Liebe Freunde des Hauses Kröll,

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Made by Hermine

gerade verbringen wir die letzten noch milden und sonnigen Herbsttage im Haus Kröll.

Zeit, einen kleinen Blick zurück  auf das Jahr 2017 im Haus Kröll zu werfen.

Auch dieses Jahr haben wieder einige Gäste das Häuschen besucht. Besonders beliebt istIMG_1374 das Haus Kröll bei den Enkel“kindern“ von Hermine.  Regelmäßige Gäste sind die Enkel Roland, Manuel und Jasmin. Roland hat es dieses Jahr leider nicht geschafft, mit seiner Familie zu kommen, aber über der Speisekammer hat Tochter Anja ihre künstlerischen Spuren hinterlassen.

IMG_2264Manuel ist der regelmäßigste Gast im Haus. Er ist passionierter Bergwanderer und erfreut uns immer mit seinen schönen Fotos von den Bergen und den Blicken rund ums Haus.  Er hat sich auch schon als Liegestuhl- und Staubsaugersponsor betätigt.  Als Freund der Natur mag er auch die Tierwelt in den Bergen. Hier ein schönes PoIMG_2404rtrait einer Bergdohle:

 

 

Jasmin liebt das Abenteuer und hat sich auch schon mit einem Rafting-Team in die wilden Fluten der Enns gewagt. Im Haus der Oma erholt sie sich von ihren unternehmerischen Aktivitäten. Sie züchtet mit zwei Kolleginnen zusammen Austernpilze auf Kaffeesatz –  eine originelle und nachhaltige Idee.

IMG_2455Eine weitere Abenteurerin hat dieses Jahr den Weg nach Johnsbach gefunden. Auch Susanne aus Frankfurt hat sich zum Rafting  in die Enns begeben und trotz widrigen Wetters den Buchstein erklommen.

Im Frühling haben meine Mutter Felicitas und ichimage1 (Ilka) den Garten von den Resten des Winters befreit und uns an den Tausenden von Himmelsschlüsseln auf der Wiese und den Frühblühern erfreut.

Uns folgte die musikbegeisterte Henricke mit Freund Ulrich. Henricke ist Opern-, Jazz- und Rockfan und singt selbst im St. John’s Gospelchor . Sie war nicht das erste Mal (und hoffentlich auch nicht das letzte Mal) hier.

Mein Vater E20170723_180734 (2)ngelbert,  ein alter Bergfreund und begeisterter Wandergesell, war mit meiner Schwester Monika, meinem Schwager Martin und dessen Bruder Jürgen im Gesäuse unterwegs. Auch wenn sie wenig Glück mit dem Wetter hatten,  haben sie doch einige Touren, u.a. zu den Almen und zur Hesshütte, unternommen. Für uns hat sich der Besuch auch gelohnt: Das Geländer an der Haustür  wurde repariert  und Herbergsvater Herbert, ein leidenschaftlicher Schuhgeschäftemuffel, bekam von Jürgen angenehm eingelaufene Schuhe vermacht.

Wir genießen nun den wahrhaft goldenen Herbst im IMG_1369Gesäuse. Unsere Eiche im Garten zeigt sich von ihrer besten Seite.  Überhaupt der Garten: Er hat uns wieder beschäftigt. Wir konnten es nicht lassen, hier und da ein paar Blümchen zu pflanzen. Neu im IMG_1361Garten sind die hübsche Kornblumenaster  und die Erika . Auch ein paar Stiefmütterchen haben wir gepflanzt.FrauenschuhIMG_1367

Hermine, die Schöpferin dieses kleinen Gartenparadieses, lebt  in ihrem Garten fort. Auch dieses Jahr hat der Frauenschuh wieder wunderschön geblüht, und viele Insekten und Vögel haben ihr Reich besucht.

ZwischeIMG_1345ndrin waren wir auch auf den Bergen. Hier mit unserer Freundin Roswitha auf dem Lahngangkogel.

Unser liebster Herbstspaziergang geht immer durch das Pürgschachenmoor. Hier kann man ohne Anstrengung einen Blick auf die Bergwelt IMG_1356werfen und die schönsten Herbstfarben auf sich wirken lassen.

Im und am Haus gibt es ein paar Neuerungen. Damit nicht alles verwildert, wenn niemand da ist, hat sich eine gute Seele bereiterklärt, die Wildnis und den Schnee in Zaum zu halten: Eberhard aus Hall (ursprünglich aus München), der sich nach vielen Jahren journalistischer Arbeit in die Gesäuseberge verliebt und sich hier niedergelassen hat. Er schreckt vor keinem noch so steilen Berg zurück und kennt fast jeden Stein im Gesäuse.

Im letzten Winter haben Eva und Gerhard vom Grabneralmhaus, die den vorletzten Winter über im Haus Kröll gewohnt haben,  nach dem Rechten geschaut.

Wir hatten auch eine kleine Baustelle im Garten. Nachdem Johnsbach nun zu Admont gehört, mussten wir eine Wasseruhr einbauen lassen. So etwas war in unserem altenIMG_1376 Häuschen gar nicht vorgesehen. Deshalb wurde sie nun in den Garten versenkt, und wir haben sie mit zwei Kirschlorbeeren „geschmückt“.

IMG_1359Neue Gartenmöbel haben wir auch aufgestellt …

Die Mülltrennung in Johnsbach bekommt so langsam Züge von Realsatire. Es gibt einen Wertstoffplatz mit Glascontainern und einem Ablageplatz für den gelben Sack. Dieser Platz ist aber nur von 13 bis 14 Uhr am Montag geöffnet. Eine Zeit, zu der man garantiert weder Zeit noch Lust hat, seinen Müll zu entsorgen. Ansonsten ist der Platz gesichert, als würden dort die Kronjuwelen von Johnsbach aufbewahrt: durch einen dichten Zaun, der sogar noch über den Hang am Johnsbach verlängert wurde, damit niemand auf die Idee kommt, seinen Müll selbst in die Container zu füllen. Wir fragen uns, wieso es andernorts für die Bevölkerung möglich ist, so ganz ohne Aufsicht ihren Müll zu trennen.

Angesichts der atemberaubenden Schönheit der Bergwelt ist der Johnsbacher Müll aberSAMSUNG natürlich nur eine Randnotitz.

Hermines Häuschen würde sich auch im kommenden Jahr freuen, wenn Ihr mal vorbeischaut. Vielleicht kann es ja auch mit neuen Gästen Freundschaft schließen.

Eure „HerbergselternIMG_133117991058_1635701773126531_6406017087137747275_n

Bilder: 1, 4, 5: Manuel Stienen, Frauenschuh: Eberhard Unfried, Felicitas und Ilka: Roswitha Strimitzer, alle anderen: Ilka Hoffmann

Johnsbach im Frühling 2017 – von Ilka Hoffmann

Nachdem der Schnee getaut ist, ist es notwendig im Haus Kröll wieder nach dem Rechten zu sehen und den großen Garten fit für das neue Jahr zu machen. Also verbrachte ich ein paar Tage mit meiner Mutter, die eine begeisterte Gärtnerin ist, in Johnsbach.

Die Narzissen ampfingen uns mit ihrem leuchtenden Gelb. Die Wiese war wie ein Teppich aus Schlüsselblumen. Überall blühte etwas und das erste frische Grün der Bäume war auch schon zu sehen. Da es nachts noch sehr frisch war, kamen die Vögel ans Häuschen nach Futter fragen.Einiges war  zu tun. Verblühtes musste entfernt werden und abgefallene Äste entfernt werden. Auch die ersten Disteln und Nesseln waren dabei die Blumen zu überwuchern. Aber, was gibt es Schöneres als zwischen der wundervollen Bergkulisse, an der klaren Luft und im Ohr den schönen Frühlingsgesang der Vögel, im Garten herumzuwühlen …und sich zwischendrin mit einer Tasse Tee im Garten zu erholen .